Theaterstück: Die Stille hinter den Geschichten

Kennst du das, wenn du im Lebenssturm stehst, aber innerlich bist du trotzdem ganz ruhig?

Es gibt etwas in jedem von uns, das fern der Lebensgeschichte existiert, die wir gerade erleben. Das völlig unabhängig davon existiert. Auf diese Reise zur inneren Stille haben wir uns dieses Jahr beim Weihnachtstheater gemacht. Wir begaben uns mitten in den Sturm – um dort die absolute Ruhe und auch Schuldfreiheit zu finden.

Eine Geschichte. Voller Intensität, voller Hoffnung.
Es ist einfach, sie zu mögen, wenn man weiß, dass sie gut ausgeht.
Es ist einfach, sie zu mögen, wenn man nur zuhört.
Aber was, wenn man mittendrin steckt?
Was ist mit der Geschichte, die du erlebst? Jeden einzelnen Tag.
… Kennst du das auch, wenn einem da manchmal die Worte ausgehen?
Wenn du den Faden deiner eigenen Geschichte verlierst –
weil alles anders läuft, als du dir das vorgestellt hast.*

Die skurillen Geschichten des Lebens sind ja meist nur so lange lustig, wie sie uns selbst nicht betreffen – oder aber bitteschön genau den Verlauf nehmen, den wir geplant haben. Doch sobald der eigene Lebenslauf unvorhergesehene Wendungen nimmt, ist es schnell vorüber mit der Gelassenheit. Dann wird verbissen weitergekämpft und am vermeintlich roten Faden festgehalten, bis … bis … es eben einfach nicht mehr geht!
In unserem Stück darfst du nicht nur die Weihnachtsgeschichte aus Marias Perspektive miterleben, sondern auch an den Punkt kommen, an dem du deine persönliche „Geschichte“ loslässt und dich dem Leben innerlich ergibst.

Denn sich zu ergeben, ist nicht dasselbe wie aufzugeben.
Gib dich hin und lass dich sinken. In die Stille.*

Jeden Masterplan loszulassen, jede Idee über mich selbst, jede Erwartungshaltung, jedes Hoffen, alles vermeintliche Wissen über mein Gegenüber oder die Welt – das wird mir persönlich immer mehr zu einer überlebensnotwendigen Maßnahme, die regelmäßig praktiziert werden mag.

Um in das einzutauchen, was noch viel tiefer ist:
In dich. Ins Dunkel, ins Licht.
Weil du viel mehr bist – als nur eine Geschichte.*

Exakt. Und gerade, da ich eher zum ultra starrsinnigen Typus gehöre, der das Leben mit gefletschten Zähnen noch auf Knien anbrüllt: „WEHEEE dir, du nimmst mir meine liebgewonnene Geschichte jetzt weg! NEIN! ICH WEIGERE MICH!!!1einself!!“, ja, gerade deshalb ist dieses ganze Stück auch eine nette Erinnerung für mich selbst. Einerseits, um dem Leben nicht immer gar so krumm zu nehmen, wenn es mich mal wieder desillusioniert, und andererseits:

Du bist unschuldig. Weißt du das?*

Winter Schnee
Stille direkt vor der Haustür: Wunderweißer Winterwald.

Denn im Grunde bin ich ein Kind der Stille.
Aber je mehr ich mich auch als muntere Drehbuchschreiberin meiner eigenen Wirklichkeit begreife, desto wichtiger wird eben dieser Umstand: Sich in der Tiefe nicht mit der Geschichte, mit der eigenen Spielfigur zu verwechseln. Und solange ich diese beiden Aspekte nicht vergesse, beginnt die eigene Lebensgeschichte Spaß zu machen.

Deshalb lautet mein Motto für 2019 auch:
Hinein ins stille Nichts! Hinaus auf die Spielwiese!

So viel zu Weihnachten 2018. Wer weiß, welchen Klamauk JP & mir das liebe Leben dieses Jahr schreibt – ich verharre mit aufgestellten Lauschern und trinke eine Tasse Tee, draußen liegt Schnee, juchee!

* Textteile aus JPs & Janinas Weihnachtsstück „Deine Geschichte“.

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